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Mitbestimmung im Unirat

  • Lucy Gmelch
  • 1. Juli 2024
  • 2 Min. Lesezeit


Mit dem Unirat wurde im letzten Schuljahr eine Struktur geschaffen, um die Schüler und Schülerinnen in die Entscheidungsfindung einzubeziehen und mit ihnen die Basics der Soziokratie zu üben. Der Unirat trifft sich einmal wöchentlich für 40 Minuten für Schüler und Schülerinnen ab der 3. Klasse. Neben Inputs zur Soziokratie können die Schüler:innen eigene Themen aus dem Schulalltag einbringen und besprechen. Der Unirat wird protokolliert, bis jetzt mehrheitlich durch die Lernbegleiter*innen. Üblicherweise hat der Unirat folgenden Ablauf:


  1. Check-In: eine lockere Anfangsrunde mit verschiedenen Fragen als Aufhänger, z.B. «Wie geht es Dir gerade?», «Auf was freust du dich heute?», «Was ist dein Lieblingsessen?», ... oder auch mal ein kurzes Spiel.

  2. Infos: organisatorische Infos der Lernbegleiter*innen, Wünsche und Infos der Schüler*innen und Inputs zur Soziokratie wie z.B. in Runden sprechen, verstehen/erkunden/entscheiden, entscheiden mit Konsent (finde ich gut / kann damit leben / habe einen Einwand und will eine bessere Lösung suchen), Einwände integrieren, Erstellen von Rollen, ...

  3. Danach können Themen der Lernbegleiter*innen oder Schüler*innen erkundet oder entschieden werden. Oft werden auch Themen der vorherigen Woche wieder aufgegriffen, überprüft wie es gegangen ist und aufgrund dessen weiter entschieden.

  4. Check-Out: eine Abschlussrunde dazu, wie alle den Unirat fanden.

Eine ganze Reihe Themen wurde im letzten Schuljahr im Unirat besprochen: Anfang des Schuljahres war die Einrichtung des Lernraums wichtig, so konnte z.B. der Wunsch der Schüler und Schülerinnen nach Einzelpulten umgesetzt werden. Es wurden Ämtli für die Schüler und Schülerinnen bestimmt und verteilt (Eingang aufräumen, Pflanzen giessen, Geräte einstecken, ...) sowie das Vorbereiten und Aufräumen der Essenstische. Dabei konnte jeder Tisch eine eigene Lösung finden, die für ihn passt. Es wurden auch gewisse Rollen unter den Schüler*innen geschaffen, also Aufgaben, die ein oder mehrere Schüler*innen für eine bestimmte Zeit übernehmen, wie z.B. Schüler*innen informieren, die beim Unirat gefehlt haben, das Erstellen des Ämtliplans, Druckchef*innen etc. Weitere Themen waren eine Handyregel für die Landschulwoche, der Umgang miteinander und das Sammeln von Wünschen für inhaltliche Themen im Schulalltag.

Um einen Überblick über die Themen zu behalten, wurde eine Wand erstellt, auf der gesammelt wird welche Themen noch besprochen werden können (Backlog), welche aktuell behandelt und nach regelmässigen Abständen immer wieder reviewt werden, was entschieden wurde und welche Rollen (Aufgaben) es gibt. Gemeinsam entschieden wurde, dass der Anfang des Unirats (Check-In und Infos) für alle Schüler und Schülerinnen ab 3. Klasse obligatorisch ist, am zweiten Teil nehmen je nach Thema nur die Schüler*innen teil, die es betrifft oder interessiert. Die anderen Schüler*innen beschäftigen sich in dieser Zeit alleine oder maximal zu zweit.

Als «Sprechstab» dient während des Unirats eine kleine Giraffenfigur, die normalerweise im Kreis herumgegeben wird und von den Schüler*innen gemeinsam «Alfred, die Giraffe» getauft wurde. Sprechen darf nur, wer Alfred hat. Das einander Zuhören und die Meinungen von allen zu hören haben die Schüler*innen auch sonst aufgegriffen, und es z.B. spontan beim gemeinsamen Einkaufen eingesetzt.

Und wieso heisst der Unirat eigentlich Unirat? Weil er am Anfang in den Räumlichkeiten der Uni nebenan stattgefunden hat. Der Name ist bis jetzt geblieben. Das Gefäss Unirat aber wird sich laufend weiter wandeln und daran anpassen, was gerade sinnvoll ist.


(Text: Tobias Leugger/ Bild: Schulalltag)


 
 
 

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